Bettina Fichtel erneut Mannschafts-Weltmeisterin
Friesenheim/Tbilisi / Oktober 2026
Am Tag nach der Veteranen-WM konnte Bettina Fichtel aufgrund einer Überbelastung ihres Fußes nur noch sitzend zuschauen. „Ich habe alles gegeben und bin wohl über die Belastungsgrenze gegangen, ohne dies – voller Adrenalin – wirklich zu merken. Aber das Team hat mich gebraucht, und ich wollte diese Medaille unbedingt“, sagte die 60-jährige Friesenheimer Fechterin, die am Tag zuvor Mannschaftsgold gewonnen hatte. Damit konnte sie ihren Triumph von 2024 wiederholen.
Anders als vor zwei Jahren waren die deutschen Fechterinnen als amtierende Titelverteidiger bei der WM in Tbilisi, Georgien, in der Favoritenrolle. Nach einem gemeinsamen Trainingslager in Heidelberg war man optimal vorbereitet. Die Friesenheimerin Bettina Fichtel ging hochmotiviert in das Turnier, hatte im Einzel einen ausgezeichneten 6. Platz erreicht und nur knapp eine Medaille verpasst. Nach starken Direktausscheidungsgefechten musste sie sich der Vizeweltmeisterin des Vorjahres, Cano Diosa (Spanien), geschlagen geben.
In den Mannschafts-Wettkämpfen wurde es erst spät richtig spannend, da das deutsche Team den ganzen Tag über herausragende Leistungen zeigte. Im Viertelfinale wurde Australien (43:25) und im Halbfinale Frankreich (45:29) deutlich geschlagen. Im Finale brachte Fichtel das deutsche Team auf die Siegerstraße, indem sie im zweiten Gefecht einen 2:3-Rückstand übernahm und diesen ohne Gegentreffer in eine 7:3 Führung verwandelte. In den Gefechten danach konnten die taktisch gut geschulten Italienerinnen langsam Treffer für Treffer aufholen und zwischenzeitlich sogar ausgleichen. Doch im letzten Gefecht konnte das deutsche Team erneut davonziehen, Fichtel und ihre Mannschaftskameradinnen jubelten und sicherten sich mit einem 30:25-Sieg den WM-Titel. dpla
