Bettina Fichtel ist Mannschafts-Europameisterin
Fechterin der TSG Friesenheim gewinnt Gold bei Veteranen-EM
Friesenheim./ Mai 2026
Mit dem Sieg vor zwei Jahren bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft war Bettina Fichtel ihr bis dato größer Erfolg gelungen. Nun wollte sie auch auf europäischem Parkett angreifen. Im französischen Cognac ging die deutsche Delegation mit fast gleicher Besetzung wie schon bei der WM 2024 an den Start, und die Aussichten waren vielversprechend: Carolin Marheineke (Heidelberg) ist amtierende Einzel-Weltmeisterin der Altersklasse 50, Angela Kummich (Berlin) amtierende Europameisterin der AK70. Auch Frauke Hohlbein (AK60) vom EFG Essen und Astrid Kircheis (AK70) vom 1. FC Quadrath-Ichendor haben bereits mehrere WM- und EM-Titel gewonnen.
Es war also kaum überraschend, dass die deutschen Damen mit drei klaren Siegen über Finnland (45:23), Frankreich (45:36) und die Schweiz (45:15) ihre Vorrunde dominierten. Sie erlaubten sich dabei sogar den Luxus, alle fünf Fechterinnen im Wechsel einzusetzen. Im Viertelfinale traf das Team auf die Niederlande und konnte sich bereits im zweiten Gefecht klar mit 10:4 absetzen. Bettina Fichtel vergrößerte den Abstand im vierten Gefecht auf 20:8. Mit der komfortablen Führung im Rücken brachte die deutsche Mannschaft den Sieg sicher mit 45:25 ins Ziel. Ähnlich eindeutig verlief das anschließende Halbfinale gegen Frankreich, das man schon in der Vorrunde geschlagen hatte. Marheineke startete mit 3:0, Fichtel legte ein 6:1 nach. Kircheis verlor zwar im dritten Duell zwei Treffer, doch von den folgenden sechs Gefechten gab das deutsche Team kein einziges mehr ab und setzte sich klar 45:27 durch.
Das Finale gegen Italien begann dagegen mit einem 0:3-Rückstand, den Astrid Kircheis mit einer sehr konzentrierten Vorstellung in eine 4:3-Führung drehen konnte. Fichtel legte zwei Treffer zum zwischenzeitlichen 8:5 nach. Erneut Kircheis und anschließend Marheineke bauten den Vorsprung weiter aus, sodass Deutschland nach fünf von neun Gefechten 11:5 vorne lag. Im sechsten und siebten Aufeinandertreffen kam Italien jeweils um einen Treffer heran, sodass es beim Stand von 21:17 in die beiden finalen Duelle ging. Frauke Hohlbein zeigte dann ihre ganze Klasse und brachte Deutschland dank eines 6:2-Erfolgs auf die Siegerstraße. Carolin Marheineke ließ ebenfalls ein deutliches 6:2 folgen zum Endstand von 33:21 – Deutschland war Europameister!
Nach WM-Gold 2024 holt Bettina Fichtel damit zwei Jahre später auch den EM-Titel. Die Degenfechterin der TSG Friesenheim komplettiert ihre eindrucksvolle Titelsammlung, nachdem sie auf internationalem Parkett immer wieder knapp an Gold vorbeigeschrammt war. dpla
